MINT-Arbeitsmarkt: Wie Jugendliche für Ausbildungsstellen fit gemacht werden können

München, 15. März 2022. Jährlich bleiben zu viele MINT-Ausbildungsplätze unbesetzt. Das liegt auch daran, dass Bewerberinnen und Bewerber oft nicht die nötigen Kompetenzen in der Mathematik und den Naturwissenschaften mitbringen. Deutschland könne es sich nicht leisten, das MINT-Fachkräftepotenzial nicht voll auszuschöpfen, finden Mitglieder des acatech Arbeitskreises Bildung. In einem an die Politik gerichteten Impulspapier zeigen sie Möglichkeiten auf, wie Jugendlichen ein qualifizierter Einstieg in die MINT-Berufs- und Arbeitswelt gelingen kann.

Laut MINT Nachwuchsbarometer 2021 liegt bei rund 20 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland der Wissensstand in Mathematik und den Naturwissenschaften nicht auf einem Niveau, um eine Ausbildung erfolgreich beginnen zu können. Fehlende Kompetenzen und eine hohe Abbruchquote der Ausbildungsverhältnisse führen außerdem dazu, dass jährlich Tausende Lehrstellen unbesetzt bleiben – ein großes Problem, da aufgrund des demografischen Wandels die Zahl der Fachkräfte in Deutschland in den kommenden Jahren weiter sinken wird.

„Wir müssen dringend etwas unternehmen, um unsere Jugendlichen fit für MINT-Ausbildungsberufe zu machen und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Gerade auf dem für Deutschland so wichtigen MINT-Arbeitsmarkt ist der Nachwuchsmangel seit einiger Zeit deutlich zu spüren“, so Kristina Reiss, Sprecherin des acatech Arbeitskreises Bildung und Mitautorin des Impulspapiers „MINT – Berufsqualifikation für alle“.

In der Publikation hebt der Arbeitskreis drei Instrumente für die chancengerechte und zukunftsfähige Gestaltung des Schul- und Bildungssystems hervor:

  • Durch Mindeststandards soll gesichert werden, dass Schülerinnen und Schüler beim Verlassen der Schule ein Basisniveau an MINT-Kompetenzen aufweisen. Dies müsse entsprechend in den Lehrplänen verankert werden.
  • Die Expertinnen und Experten fordern außerdem, Programme wie die Einstiegsqualifizierung für die Ausbildung zu stärken. In diesen Programmen können sich Jugendliche und junge Erwachsene, die sich bereits für einen konkreten Beruf entschieden haben, auf eine Ausbildung vorbereiten. Best-Practice-Beispiele könnten hier anderen Unternehmen Orientierung geben, wie diese Programme gestaltet werden können.
  • Darüber hinaus gelte es, den Schülerinnen und Schülern frühzeitig und noch umfassender Berufsorientierung zu geben. Hier müsse die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen ausgebaut werden, um Jugendliche besser an verschiedene Wege der beruflichen MINT-Ausbildung heranzuführen.

Im aktuellen Koalitionsvertrag nimmt das Thema Berufsbildung viel Raum ein. Daran wollen die Autorinnen und Autoren des Papiers mit ihren Handlungsempfehlungen anknüpfen und Orientierung geben, wie insbesondere der so wichtige Bereich der MINT-Berufsbildung gefördert werden kann.

 

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